Viren aufhalten – Schmerzen ausschalten
Die Behandlung sollte möglichst früh beginnen – spätestens innerhalb von zwei bis drei Tagen nach dem Ausbruch des Hautausschlags. In diesem Zeitfenster haben Therapiemaßnahmen die beste Aussicht auf Erfolg: Der Krankheitsverlauf lässt sich verkürzen und die Symptome mildern.
Inhaltsverzeichnis
Zwar kann eine Gürtelrose bei jüngeren Personen (bis 50 Jahren) auch ohne spezifische Therapie von selbst ausheilen. Um den Heilungsverlauf zu verkürzen und um Komplikationen zu vermeiden, raten Experten wie Prof. Wassilew aber dringend dazu, bei Verdacht auf Gürtelrose in jedem Fall so schnell wie möglich den Arzt aufzusuchen.
Wenn der Kopf-Hals-Bereich, die Schleimhaut oder größere Bereiche der Haut betroffen sind, ist eine Therapie immer notwendig. Das gilt ebenfalls für Patienten ab 50 Jahren, Patienten mit Immunschwäche (HIV/AIDS) oder Krebs.
Die Behandlung hat zwei Ziele: Einerseits sollen antivirale Medikamente die Vermehrung der Viren stoppen, andererseits müssen die Schmerzen gelindert werden.
Gegen die Viren: antivirale Medikamente
Viren vermehren sich, indem sie ihre Erbinformationen in die DNS von Körperzellen einbauen. Die Zellen werden dazu umprogrammiert, selbst Viren herzustellen.
Sogenannte Virustatika hemmen die Vermehrung des Virus. Im Körper werden sie durch Enzyme in energiereichere Verbindungen umgewandelt und in das Erbmaterial der Viren eingebaut, sodass diese sich nicht weiter vermehren können. Der Effekt: Es entstehen weniger neue Viren.
Die Virustatika verhindern nicht nur, dass weitere Bläschen auftreten, sondern führen auch zur Linderung der Schmerzen. Denn die Viren zerstören Nervenzellen, was akute Schnerzen hervorruft und später auch chronische Schmerzen verursachen kann. Daher ist ein frühzeitiger Einsatz von Virustatika auch wichtig, um die Schmerzen zu stoppen. „Virustatika müssen allerdings in den ersten 48 bis 72 Stunden nach Auftreten der Bläschen eingesetzt werden, um ihre richtige Wirkung zu entfalten“, sagt Prof. Dr. Peter Wutzler, Direktor des Instituts für Virologie und Antivirale Therapie vom Universitätsklinikum Jena. Dieser frühzeitige Einsatz kann die Dauer und Schwere der Erkrankung und auch das Risiko für Komplikationen erheblich reduzieren.

Aciclovir ist eines der Medikamente, die gegen die Viren helfen.
Es gibt verschiedene Präparate, die in unterschiedlichen Anwendungsformen und Dosierungen eingesetzt werden können. Alle sind in der Regel gut verträglich, es kann aber zu Nebenwirkungen wie etwa Magen-Darm-Problemen, Bauchschmerzen oder Hautausschlägen kommen. Für Schwangere und Stillende sind diese Mittel nicht geeignet und sollten nur in Ausnahmefällen gegeben werden. Zur Auswahl stehen die Virustatika Aciclovir, Valaciclovir, Famciclovir und Brivudin. Sie gehören zur Klasse der Nukleosidanaloga; sie hemmen die Bildung der Viren-DNS und stoppen so deren Vermehrung.
- Aciclovir ist das klassische Präparat, das allerdings als Tablette fünfmal am Tag genommen werden muss. Gerade für ältere Menschen kann das ein Problem sein. Aciclovir kann auch intravenös gegeben werden, was bei schweren Krankheitsverläufen wie Zoster im Kopfbereich sowie bei Patienten mit Immunschwäche oder Krebs nötig sein kann.
- Eine Weiterentwicklung von Aciclovir ist Valaciclovir, das dreimal am Tag oral eingenommen eine vergleichbare Wirkung hat wie intravenöses Aciclovir.
- Vergleichbar ist auch das Famciclovir, das ebenfalls dreimal täglich oral eingenommen werden muss.
- Laut Prof. Wutzler der Favorit in der derzeitigen antiviralen Therapie ist aber das Brivudin. Es wirkt am stärksten von allen Präparaten und muss daher nur einmal am Tag als Tablette genommen werden.
Eine Studie hat außerdem gezeigt, dass die Schmerzen, die eine Gürtelrose mit sich bringt, mit Brivudin, Famciclovir und Valaciclovir besser zu bekämpfen sind als mit Aciclovir. Brivudin und Famciclovir können anscheinend außerdem eine postzosterische Neuralgie besser verhindern als Aciclovir.
Gegen die Schmerzen: Analgetika und Antiphlogistika
Die zweite Schiene der Therapie zielt auf die Schmerzhemmung ab. Die Schmerztherapie, eventuell auch unter Hinzuziehen eines Schmerztherapeuten, ist auch in der Anfangsphase der Erkrankung schon sehr wichtig. Denn je länger heftige Schmerzreize auf das zentrale Nervensystem einwirken, desto größer ist die Gefahr, dass die Schmerzen chronisch werden können.
Auch hier stehen unterschiedliche Mittel zur Auswahl; die klassische Behandlung wird oft mit nicht-steroidalen Analgetika wie Paracetamol oder mit Antiphlogistika wie Ibuprofen durchgeführt. Reichen diese Mittel nicht aus, können auch schwache Opioid-Analgetika wie Tramadol oder Codein gegeben werden. Wegen deren hohen Suchtpotenzials versuchen die Mediziner aber, auf Opiate zu verzichten.
Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Co-Analgetika, also Medikamente, die zusätzlich zu den Schmerzmitteln gegeben werden, die akuten Schmerzen lindern und die Häufigkeit einer postzosterischen Neuralgie lindern können. Zu diesen Medikamenten gehören Antidepressiva und Antikonvulsiva.
Eine zusätzliche Gabe von hochdosierten Glukokortikoiden (z.B. Kortison) kann die Dauer des akuten Schmerzes verkürzen. Da sie starke Nebenwirkungen haben, sollte ihr Einsatz aber immer im Einzelfall abgewogen werden. Außerdem ist ihr Einfluss auf die postzosterische Neuralgie gering.
Ergänzende lokale Mittel: Puder und Salben

Salben mit Zink trocknen die Bläschen aus.
Puder, Mixturen und Salben, die beispielsweise Zink enthalten, helfen, die Bläschen schneller austrocknen und heilen zu lassen. Eine lokale Therapie mit nachgewiesener antiviraler Wirksamkeit gibt es aber momentan nicht.
Die betroffenen Hautstellen sollten möglichst trocken gehalten und daher auch nicht gewaschen werden. Es kann sinnvoll sein, einen Verband über den Salben anzulegen. Das lindert den Juckreiz und hindert daran, die Bläschen zu berühren und so die Viren weiter zu verbreiten. Wenn die Hände in Kontakt mit den Bläschen gekommen sind, sollten sie sofort gewaschen oder desinfiziert werden. Auf keinen Fall darf man die Bläschen aufkratzen, denn dann besteht das Risiko einer zusätzlichen bakteriellen Infektion. Isst dies der Fall, kann ein Antibiotikum zur Behandlung nötig sein.
Allgemeine Hinweise: Ausruhen und Infektionsgefahr beachten
Um den Heilungsprozess zu unterstützen, sollten sich Patienten mit Gürtelrose schonen. Gesunde Ernährung, wenig Alkohol, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft stärken das Immunsystem. Erfahrungsgemäß verschlimmert Kälte die Schmerzen noch zusätzlich, während Wärme sie lindert.
Innerhalb der ersten Woche sollten die Patienten den Kontakt zu kleinen Kindern, kranken Menschen und vor allem zu Schwangeren vermeiden, um diese nicht mit dem Varizella-Zoster-Virus anzustecken. Zwar bedeutet eine Gürtelrose für Schwangere in der Regel keine Gefahr, eine Neuinfektion und die daraus folgende Windpocken-Erkrankung kann allerdings Entwicklungsstörungen beim Fötus bewirken. In den letzten Tagen vor der Geburt besteht ebenfalls Gefahr für das Kind, wenn die Mutter Windpocken bekommt.
Wichtig ist, dass die Medikamente, vor allem auch die Schmerzmittel, regelmäßig und in ausreichender Dosierung eingenommen werden. Denn ohne ausreichende medikamentöse Behandlung sind Komplikationen und anhaltende Schmerzen sehr viel wahrscheinlicher.
Wenn die Schmerzen bleiben: Therapie der postzosterischen Neuralgie

Wenn das Virus Nervenzellen zerstört hat, kann es zur postzosterischen Neuralgie kommen.
In etwa 20 Prozent der Fälle treten auch nach dem Abheilen der Hauterscheinungen über längere Zeit noch Schmerzen im betroffenen Hautbereich auf. Man spricht dann von einer postzosterischen Neuralgie. Die chronischen Schmerzen rühren von einer Zerstörung der Nervenzellen durch die Viren her, daher zählt man sie zu den neuropathischen Schmerzen. Sie können Monate oder auch Jahre andauern und sind schwierig und oft nur mit stärksten Schmerzmitteln zu behandeln.
Für die Therapie setzt der Arzt Kombinationen aus verschiedenen Substanzklassen ein. Sie folgt einem Stufenschema – je nach Behandlungserfolg und Stärke der Schmerzen reichen entweder schon die Medikamente der ersten Stufen aus oder es werden noch weitere aus den nächsten Stufen eingesetzt:
Stufe 1: Nichtsteroidale Analgetika oder Antiphlogistika (beispielsweise Paracetamol und Ibuprofen)
Stufe 2: zusätzliche Gabe von schwach wirksamen Opioid-Analgetika (beispielsweise Codein oder Tramadol )
Stufe 3: zusätzlich ein stark wirksames Opioid (beispielsweise Buprenorphin)
Die Medikamente aus Stufe 1 oder 2 können bei sehr starken Schmerzen auch mit einem niedrig dosierten Antidepressivum, einem Antikonvulsivum bzw. Antiepileptikum (Medikament, das ursprünglich gegen epileptische Krämpfe eingesetzt wird) oder einem Neuroleptikum (Nervendämpfungsmittel) kombiniert werden.

Aus Cayenne-Pfeffer wird der schmerzhemmende Wirkstoff Capsaicin gewonnen.
Antidepressiva unterstützen die schmerzstillende Wirkung der eigentlichen Schmerzmittel: „Die Antidepressiva setzt man deshalb ein, weil sie den Schmerz ändern; er wird aufgehellt und erträglicher, sodass sich die Patienten dann einfach wohler fühlen“, erklärt Prof. Peter Wutzler. Außerdem ist es möglich, ein lokal wirksames Anästhetikum in die betroffenen Ganglien zu spritzen, um die Schmerzen zu betäuben.
Lokal können auch Lidocain-Pflaster angewendet werden, ihre schmerzlindernde Wirkung ist durch Studien nachgewiesen. Auch Salben mit Capsaicin (aus Cayenne-Pfeffer) zeigen gute Wirksamkeit und Verträglichkeit.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten: Psychotherapie und Komplementärmedizin
Im Rahmen einer interdisziplinären Schmerztherapie werden nicht nur die körperlichen Ursachen des Schmerzes behandelt, sondern es stehen auch psychologische und soziale Aspekte im Fokus. Eine Psychotherapie hilft bei Begleitreaktionen wie Depressionen oder Schlafstörungen und führt oft zu einer verbesserten Lebensqualität der Patienten. Außerdem lernen sie, aktiv mit ihrem Schmerz umzugehen. Unterstützung und Informationen zur besseren Schmerzbewältigung geben Selbsthilfegruppen wie zum Beispiel die Deutsche Schmerzliga.
Aus der Komplementärmedizin stammen weitere Methoden zur Behandlung der postzosterischen Neuralgie. Sie sind aber nicht durch wissenschaftliche Studien gesichert.
- Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine Form der Elektrotherapie und damit ein Verfahren der physikalischen Therapie. Durch Elektroden auf der Haut werden Stromimpulse ins Gewebe geleitet. Der verwendete Frequenzbereich liegt je nach Bedarf zwischen 2 bis 100 Hz. Auf der Haut erzeugen die Stromimpulse höchstens ein leichtes Kribbeln. Ziel ist es, die schmerzleitenden Nervenbahnen so zu beeinflussen, dass die Schmerzweiterleitung zum Gehirn behindert wird. Die Wirkung ist meist sofort spürbar, sie hält nach der Behandlung aber auch nur wenige Stunden an. Daher gibt es kleine tragbare TENS-Geräte, mit denen sich die Patienten mehrmals am Tag selbst behandeln können – natürlich nach einer Einweisung durch den Arzt. Nicht geeignet ist die Methode bei Patienten mit Herzschrittmachern und Thrombosen. Auch auf dem Bauch von Schwangeren und auf Wunden oder entzündeten Hautstellen darf sie nicht angewandt werden. Bei Neuropathien wie der postzosterischen Neuralgie wird die TENS von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
- Die Neuraltherapie gehört zu den Naturheilverfahren. Sie stützt sich auf die Theorie, dass Störfelder im Körper wie Verletzungen, Narben oder krankhafte Prozesse Einfluss auf andere Organe haben können. Bei der Behandlung spritzt der Arzt lokale Betäubungsmittel unter die Haut, in Nervenganglien oder in Venen. So sollen das vegetative Nervensystem beeinflusst und die Störfelder, von denen die chronischen Schmerzreize ausgehen, beseitigt werden. Bei der Neuraltherapie kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Betäubungsmittel, zu allergischen Reaktionen und Hautreizungen kommen. Auch ein Absinken der Pulsfrequenz und Störungen der Erregungsleitung im Herz wurden beobachtet. Werden die Injektionen falsch gesetzt, sind auch schwere Komplikationen wie Blutdruckabfall, Zittern, Sprach- und Sehstörungen oder Krampfanfälle möglich. Die Methode sollte daher nur von erfahrenen und dafür ausgebildeten Ärzten angewandt werden und nur dort, wo lebensrettende Einrichtungen vorhanden sind.
Zu diesen Methoden sagt Prof. Wutzler: „Es gibt eine ganze Menge von Methoden, aber keine Studien dazu. Es gibt Erfahrungen und Beobachtungen von Ärzten, die sagen, das hat bei einem Patienten gut gewirkt, also versuche ich es bei einem anderen auch.“ Ob eine Behandlung sinnvoll ist, muss also immer individuell entschieden werden.
Impfung als Vorbeugung gegen Gürtelrose

Ein Impfstoff gegen die Gürtelrose kommt voraussichtlich 2010 in Deutschland auf den Markt.
In den USA wurde ein Impfstoff gegen die Gürtelrose entwickelt und in einer groß angelegten Studie erprobt. Ergebnis: Der Impfstoff kann das Risiko für eine Erkrankung um die Hälfte senken und außerdem die Schwere der Krankheit mindern, falls sie doch ausbrechen sollte. Das Risiko für eine postzosterische Neuralgie sinkt sogar um zwei Drittel.
Der Impfstoff wurde 2007 auch für Europa zugelassen und ist bereits in Österreich, der Schweiz und einigen skandinavischen Ländern auf dem Markt. Für Deutschland ist die Markteinführung wegen Produktionsengpässen nach Angaben des Herstellers erst für das Jahr 2010 geplant.
Mehr zum neuen Impfstoff finden Sie unter Forschung.
Bereits seit 2004 empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Impfung gegen die Windpocken für alle Kinder.
Literatur:
Deutsche Dermatologische Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Infektiologie: Leitlinie. Zoster und Zosterschmerzen. In: Chemotherapie Journal, 11. Jg., Heft 5/2002.
Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Diagnostik und Therapie neuropathischer Schmerzen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/114, 2005.
Harland, Simone/Haustein, U.-F.: Herpes und Gürtelrose. Die heimliche Volkskrankheit. 1999. Berlin: Urania Verlag.
Robert Koch Institut, Abteilung für Infektionsepidemiologie: RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte, Stand 2006.
Wutzler, Peter/ Baron, Ralf/ Wassilew, Sawko W./ Hardt, Roland/ Krämer, Alexander/ Kreiner, Wolfgang: Prophylaxe und Therapie des Herpes Zoster. Aktueller Stand. Positionspapier eines interdisziplinären Expertengremiums. In: Arzneimitteltherapie, 24. Jg., Heft 10/2006.
Prof. Dr. med. Peter Wutzler, Institut für Virologie und Antivirale Therapie, Universitätsklinikum Jena
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Glossar
Analgetikum
(pl.: Analgetika) Schmerzmittel; eingeteilt in Opioide (siehe dort) und Nicht-Opioide
Antibiotikum
(pl.: Antibiotika) Medikament zur Behandlung von Infektionen durch Bakterien
Antidepressivum
(pl.:Antidepressiva) Medikament mit stimmungsaufhellender Wirkung, das vorwiegend bei Depressionen, aber auch bei Demenz-Erkrankungen eingesetzt wird. Wird auch bei chronischen Schmerzen verordnet.
Antikonvulsivum
(pl.:Antikonvulsiva) Medikament zur Behandlung von Krämpfen
Antiphlogistikum
(pl.: Antiphlogistika) Medikament, das Entzündungsprozesse hemmt, beispielsweise Glukokortikoide (siehe dort) und nicht-steroidale (siehe dort) Antirheumatika
Depression
psychische Störung, die mit gedrückter Stimmung, Antriebshemmung, innerer Unruhe und Schlafstörungen einhergeht
DNS
(engl.: DNA) Desoxyribonukleinsäure, enthält die genetische Information, also das Erbgut von Zellen
Enzym
Für den Stoffwechsel essenzielles Protein (Eiweiß), das biochemische Reaktionen im Körper beschleunigt
Glukokortikoide
In den Keimdrüsen, den Nebennieren und im Nervensystem gebildete Hormone, wie das Kortisol, die Vorläufersubstanz von Kortison, das im Körper an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist. Die heute in der Medizin verwendeten Glukokortikoide sind chemisch verwandt mit diesem natürlichen Kortison (siehe dort). Sie werden vor allem zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt, bei Asthma, Rheuma und bei Hautkrankheiten. Bei niedriger Dosierung kommt es kaum zu Nebenwirkungen. Grundgerüst aller Glukokortikoide sind die Steroide (siehe dort).
Herpes Zoster
medizinische Bezeichnung für die Gürtelrose
intravenös
Verabreichung eines Medikaments oder einer Flüssigkeit mit einer Nadel in eine Vene
HIV
Humanes Immundefizienz-Virus, d.h. menschliches Immunschwäche-Virus, das nach einer Ansteckung zu einer meist mehrjährigen Latenzphase (siehe dort) und dann zu AIDS führt, einer derzeit noch unheilbaren Immunschwächekrankheit. Das Virus wird über das Blut oder über andere Körperflüssigkeiten (beim Geschlechtsverkehr) übertragen.
Komplementärmedizin
alternative Medizin, unterschiedliche Methoden, die oft die „ Schulmedizin“ ergänzen oder auch ersetzen
Kortison
Hormon, das in der Nebennierenrinde des Menschen gebildet wird. Die heute in der Medizin verwendeten Glukokortikoide sind chemisch verwandt mit diesem natürlichen Kortison. Sie werden vor allem zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt, bei Asthma, Rheuma und bei Hautkrankheiten.
Nervenganglion
Knotenförmiges Gebilde des Nervensystems außerhalb des zentralen Nervensystems (siehe dort), in dem Zellkörper von Nervenzellen angehäuft sind; Nervenknoten
neuropathischer Schmerz
Schmerz, der nicht die Folge eines Schmerzreizes ist, sondern durch Erkrankungen oder Schädigungen im Nervensystem entsteht
nicht-steroidales Analgetikum (Schmerzmittel)
Schmerzmittel, das kein Kortison enthält
Nukleosidanaloga
Gegen Viren gerichtete Medikamente, die den Bausteinen der Erbsubstanz (Nukleoside) ähneln. Sie können wichtige Enzyme des Virus blockieren oder aber auch als sogenannte „falsche Bausteine“ in die Erbsubstanz eingebaut werden, was dann zum Funktionsverlust führen kann.
Opioide
Heißt „dem Opium ähnlich“ und bezeichnet eine Gruppe biochemischer Substanzen, die in ihrer Wirkung Morphium, dem stärksten bekannten Schmerzmittel, ähneln. Man unterscheidet endogene (körpereigene) Opioide von exogenen, das heißt dem Körper von außen zugeführten Opioiden.
orale Einnahme
Einnahme durch den Mund
postzosterische Neuralgie (PZN)
Schmerzen durch Schädigung des Nervengewebes, die noch länger als sechs Wochen nach Abheilen der Gürtelrose bestehen
Psychotherapie
Therapiemethode, die ohne Medikamenteneinsatz psychologische Verfahren, wie beispielsweise Verhaltenstherapie und Psychoanalyse, anwendet
Steroide
Chemische Verbindungen, die als Grundgerüst das Steran enthalten, einen polyzyklischen Kohlenwasserstoff. Sie spielen im menschlichen Stoffwechsel eine bedeutende Rolle, beispielsweise auch als Glukokortikoide (siehe dort).
Thrombose
Bei einer Thrombose bilden sich Blutgerinnsel, die sich an den Venenwänden festsetzen und das Blutgefäß verstopfen. Es kommt zum Gefäßverschluss. Eine Thrombose in den Venen wird begünstigt, weil das Blut in den Venen langsamer als in den Arterien fließt. Lebensgefährlich werden diese Blutgerinnsel, wenn sie sich ablösen und in die Lunge geschwemmt werden.
Varizella-Zoster-Virus
Herpes-Virus, das Windpocken und die Gürtelrose auslöst
vegetatives Nervensystem
auch: autonomes Nervensystem; steuert automatisch ablaufende Anpassungs- und Regulationsvorgänge des Körpers wie Atmung, Verdauung und Stoffwechsel, die nicht willentlich beeinflusst werden können. Gegenstück zum somatischen, bewusst steuerbaren Nervensystem.
Vene
Blutgefäß, das meist sauerstoffarmes Blut zum Herzen führt
Zentrales Nervensystem (ZNS)
Gehirn und Rückenmark; Nervengewebe, das Sinnesreize verarbeitet, Bewegungen koordiniert und die Abstimmungsvorgänge im Körper reguliert








