Aktiv dem Darmkrebs vorbeugen
Der wichtigste Weg, dem Darmkrebs vorzubeugen, führt über die Ernährung. Denn sie spielt für das Verdauungsorgan natürlich eine Hauptrolle. Dabei scheinen vor allem rotes Fleisch und tierische Fette das Darmkrebsrisiko zu erhöhen. Deshalb sollten Sie möglichst weitgehend darauf verzichten und mehr auf Vitamine und Ballaststoffe setzen, die den Darm schützen können. Zusätzlich positive Effekte erzielen Sie, wenn Sie den Alkoholkonsum einschränken und das Rauchen aufhören. Die ideale Ergänzung zu diesen Vorbeugemaßnahmen ist regelmäßige Bewegung.
Inhaltsverzeichnis
Zwar entwickelt jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens Darmpolypen, aus denen wiederum Krebs entstehen kann – doch ob das schließlich eintritt, hat bis zu einem gewissen Maß jeder selbst in der Hand. Denn Sie können aktiv dazu beitragen, Ihr Darmkrebsrisiko so gering wie nur möglich zu halten.
Eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen ist dabei gesunde Ernährung. Als Verdauungsorgan ist der Darm ständig mit Nahrung in Kontakt, sie hat einen entscheidenden Einfluss auf die Darmgesundheit.
So warnen die Ernährungsexperten der Deutschen Krebs-Gesellschaft: Ein hoher Konsum von rotem Fleisch erhöht das Darmkrebs-Risiko. Am Tag 150 g rotes Fleisch ohne zusätzlich Gemüse zu essen, da wird es kritisch. Weißes Fleisch wie Geflügel ist dagegen leichter für den Darm zu verarbeiten. Fisch bietet durch seine ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sogar einen gewissen Schutz gegen die Entstehung von Darmkrebs. Sie sollen die Bildung von Polypen hemmen. Das gilt übrigens auch für pflanzliche Fette.
Auf Ballaststoffe setzen
Auch geregelte und zügige Verdauung wirkt sich positiv aus. Denn die Verweildauer der Nahrung im Körper ist ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Darmkrebs. Bei träger Verdauung bilden sich Giftstoffe im Darm, die Krebs auslösen können. Deshalb sind Ballaststoffe unverzichtbar für einen gesunden Darm. Ballaststoffe sind überwiegend pflanzliche Fasern, die nicht verwertet werden können und die im Darm aufquellen. Dadurch vergrößert sich das Stuhlvolumen, was wiederum die Darmbewegung (Peristaltik) anregt und für raschen Stuhlgang sorgt. Zusätzlich binden Ballaststoffe Karzinogene und scheiden diese mit aus.
Besonders ballaststoffreich sind Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Obst wie Äpfel, Beerenfrüchte und getrocknete Aprikosen und Pflaumen, Kohlgemüse und Zitrusfrüchte. Die tägliche Ballaststoffmenge sollte etwa 30 g betragen.
Ungünstiges Fett vermeiden
Fett kann ein Risikofaktor für die Entstehung von Darmkrebs sein. Deshalb sollten Sie insgesamt nicht zu viel Fett zu sich nehmen. Denn je fettreicher die Ernährung ist, desto mehr Gallensäure muss der Körper bilden und desto mehr Gallensalze werden in den Darm abgegeben. Sie können dort Zellen schädigen und damit das Darmkrebsrisiko erhöhen.
Aber auch die Art der aufgenommenen Fette und ihre Zusammensetzung spielen eine entscheidende Rolle im Verdauungstrakt. Ungesättigte Fettsäuren, wie in Raps- und Olivenöl sowie in Nüssen, wirken günstig auf die Darmgesundheit. Das gilt auch für Fischfette. Sie stabilisieren nicht nur die Immunabwehr, sondern haben auch einen hemmenden Einfluss auf Entzündungen im Körper. Bei gesunden Menschen wird zur Vorbeugung von Darmkrebs Fisch mindestens ein bis zweimal pro Woche empfohlen.
Mit Vitaminen die Darmschleimhaut stärken
Als natürliche Stoffwechselprodukte braucht der Körper die sogenannten „Freien Radikale“. Sie dienen unter anderem der Immunabwehr. In erhöhter Konzentration jedoch zerstören sie wichtige Zellfunktionen und schwächen den Körper. Dieses aggressive Treiben können Antioxidantien bremsen. Dazu zählen die Vitamine A, C und E sowie Zink und Selen. Frisches Obst und Gemüse sind gute Lieferanten dieser Antioxidantien.
Besonders wichtig für die Darmgesundheit ist auch Kalzium. Deshalb wird eine Kalziumaufnahme von etwa 1.200 mg täglich empfohlen. Der Nutzen der Folsäure, ein Vitamin aus der Vitamin-B-Gruppe, wird heute kontrovers diskutiert. Besonders da die Folsäure, die als Nahrungsmittelergänzung benutzt wird, nicht der natürlichen Folsäure entspricht. Sie wird zwar in normaler Dosierung in die normale Form übergeführt, aber bei höheren Dosierungen ist das nicht der Fall. Aus diesem Grund ist ein kritischer Umgang mit Folsäureergänzung anzuraten, auch wenn die Erfolge beispielsweise in der Versorgung von Schwangeren zur sicheren Entwicklung des Ungeborenen eindeutig sind.
Mit Bewegung den Darm auf Trab bringen
Wie gut der Darm funktioniert, hängt auch von Nerven und Muskeln ab. Sie sind verantwortlich für die Darmperistaltik, also die Eigenbewegung des Darms, mit der die Speisereste weiterbefördert werden. Körperliche Aktivität beeinflusst diese Tätigkeit positiv. Spaziergänge, Walking, Fahrradfahren und leichte Gymnastik sind empfehlenswert und unterstützen den Darm in seiner Funktion.
Insgesamt sind gesunde, ballaststoffreiche Ernährung und Bewegung auch eine indirekte Vorbeugemaßnahme gegen Darmkrebs, weil sie Übergewicht verhindern oder bereits bestehendes abbauen. Denn Übergewicht gilt als Risikofaktor für Darmkrebs. Seit Kurzem weiß man, dass vor allem Bauchfett riskant sein und bei der Entstehung von Dickdarmkrebs eine Rolle spielen kann. Wissenschaftler vermuten, dass bestimmte Eiweiße, die das Bauchfett produziert, den Darm zusätzlich belasten oder ein mit dem Bauchfett einhergehender erhöhter Blutzuckerspiegel dafür verantwortlich ist.
Alkohol- und Nikotinmissbrauch
Regelmäßiger Alkoholgenuss erhöht das Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Schon der tägliche Konsum von 15g Alkohol – das entspricht einem großen Glas Bier oder Wein – steigert die Wahrscheinlichkeit, Darmkrebs zu bekommen, um 10 Prozent. Der Genuss von etwa 30g Alkohol pro Tag erhöht das Darmkrebs-Risiko sogar um 25 Prozent. Als Auslöser wird ein Abbauprodukt des Alkohols angesehen, das Acetaldehyd, das sich im Tierexperiment als krebsauslösend erwiesen hat. Gegen ein gelegentliches Glas Rotwein ist allerdings nichts einzuwenden. Rotwein enthält spezielle Gerbstoffe, die Tannine, natürlich vorkommende Polyphenole, die sogar krebshemmend wirken (goldene Regel: nicht mehr als 125 ml Rotwein pro Tag).
Auch der Genuss von Nikotin steigert das Darmkrebsrisiko erheblich, denn das Nervengift steigert die Wahrscheinlichkeit, Darmpolypen zu bekommen um ein Vielfaches.
Forscher des New York Medical College veröffentlichten im Fachblatt „Gastroenterology“ ihre Untersuchungsergebnisse über den Zusammenhang zwischen Rauchen und Darmkrebs. Ihren Studien zufolge hat ein Raucher, der über 50 Jahre hinweg eine Packung Zigaretten pro Tag oder 25 Jahre lang zwei Packungen täglich konsumiert, ein im Vergleich zu Nichtrauchern etwa verdoppeltes Risiko, Darmpolypen zu bekommen.
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Glossar
Antioxidantien
Sie verhindern die Oxidation – die Reaktion mit Luftsauerstoff oder anderen oxidierenden Chemikalien wie zum Beispiel freien Radikalen (siehe dort) – empfindlicher Moleküle. Antioxidantien wirken als Radikalfänger und sind zum Beispiel in Knoblauch, Zwiebeln, Kohl, Brokkoli, Tee und Kaffee enthalten.
Freie Radikale
Reaktionsfreudige Atome oder Moleküle mit einem oder mehreren freien Elektron(en). Sie sind wichtig für den Stoffwechsel, können aber in hoher Konzentration auch zu Zellschäden führen.
Kalzium
Erdalkalimetall, das im Körper hauptsächlich im Knochen fest gebunden vorkommt. Außerdem spielt Kalzium bei der Blutgerinnung, der Nervenreizübertragung, der Muskelbewegung und der Hormonausschüttung eine Rolle.
Karzinogene
Krebsauslösende Substanzen
Nikotin
Nervengift aus der Tabakpflanze mit Suchtpotenzial; in Tabak, vor allem in Zigaretten, enthalten
Polyphenole
Sie kommen in Pflanzen vor und zählen zu den aromatischen Verbindungen. Sie gehören zu den Antioxidantien (siehe dort) und wirken unter anderem entzündungshemmend und krebsvorbeugend.

















