Erkennen und helfen - erste Maßnahmen beim Herzinfarkt
Brustenge, Atemnot, Übelkeit, ausstrahlende Schmerzen in den linken Arm, Kiefer oder Oberbauch und eine blass-graue Hautfarbe – ein Herzinfarkt kann sich auf die unterschiedlichsten Arten äußern.
„Die deutlichsten Anzeichen eines Herzinfarktes sind, dass der Patient stark kaltschweißig ist und extreme Todesängste hat“, erklärt Ernst Zimmermann, Wachleiter der Rettungswache Altdorf des Deutschen Roten Kreuzes. „Daher ist es besonders wichtig, seelischen Beistand zu leisten und den Kranken bis zum Eintreffen des Einsatzfahrzeugs zu betreuen.“
Wie auch Sie Leben retten können
Helfen kann so einfach sein. Die oberste Regel bei einem Notfall ist noch immer: Ruhe bewahren! Kommen Sie als Ersthelfer zu einem Herzinfarktpatienten, alarmieren Sie sofort den Rettungsdienst und überprüfen Sie dann Bewusstsein und Atmung.
Ist der Betroffene ansprechbar, lagern Sie seinen Oberkörper aufrecht. Heben Sie auf keinen Fall die Beine an. Das belastet das geschwächte Herz. „Gegen das Hochlagern der Beine wird sich der Herzinfarkt-Patient bewusst wehren, denn er merkt sofort, dass ihm das nicht gut tut“, so Ernst Zimmermann. Öffnen Sie enge Kleidung und schirmen Sie den Betroffenen von der Umgebung ab. Vermeiden Sie Unruhe, Aufregung und Anstrengung. Bleiben Sie bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes stets beim Betroffenen, beruhigen Sie ihn: “Der Arzt kommt gleich!“ Überwachen Sie immer seinen Kreislauf.
Ist der Patient nicht bei Bewusstsein und atmet nicht, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.
Hierfür müssen Sie:
- mit gestreckten Armen 30 Mal senkrecht auf das untere Drittel des Brustbeines drücken Druck- und Entlastungsdauer sollten etwa gleich lang sein (Arbeitsfrequenz 100/Minute), der Oberkörper muss vier bis fünf Zentimeter tief eingedrückt werden.
- Dann muss der Betroffene zwei Mal beatmet werden. Hier kommt der sogenannte „Lebensrettende Handgriff“ zum Einsatz. Hierfür legen Sie eine Hand an die Stirn des Patienten und die andere an sein Kinn. Neigen Sie den Kopf nach hinten und heben Sie das Kinn an. Die Hand am Kinn drückt die Unterlippe gegen die Oberlippe und verschließt so den Mund. Nun können Sie den Betroffenen beatmen, indem Sie den Mund über seine Nase legen und kräftig ausatmen. Alternativ kann auch die Nase zugehalten werden und so der Patient durch seinen Mund beatmet werden.
Weiterhin gilt: 30 Mal drücken, 2 Mal beatmen. Führen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung so lange durch, bis professionelle Hilfe eintrifft. In unserem Video zeigen Notarzt Dr. Martin Hiller und die Experten vom Deutschen Roten Kreuz, wie Sie bei einem Herzinfarkt helfen können. Mehr darüber, wie Sie im Notfall helfen können und Informationen zu Erste-Hilfe-Kursen in ihrer Nähe, erfahren Sie unter www.drk.de











