HIV – eine vielschichtige Erkrankung
Zu Beginn der HIV-Epidemie fiel die Erkrankung meist erst durch Symptome auf. Heute wird die Infektion in der Regel frühzeitig über einen HIV-Test festgestellt. Das ist gut so, denn: Es verbessert die Lebensqualität eines HIV-Infizierten enorm und hilft, die weitere Verbreitung einzudämmen.
Inhaltsverzeichnis
Anlaufstellen für einen HIV-Test
Je früher man sich zu einem Test entschließt, desto besser. Denn auch wenn ein positives Ergebnis ein einschneidendes Ereignis ist: Behandeln kann man die Infektion nur, wenn sie bekannt ist. Für den HIV-Test gibt es mehrere Möglichkeiten. Bei den Gesundheitsämtern kann man ihn immer anonym und normalerweise auch kostenlos durchführen lassen (es gibt hier teilweise Unterschiede zwischen den Bundesländern, also bitte im Zweifelsfall zuvor direkt beim zuständigen Gesundheitsamt erkundigen). Das heißt, dass man hier nicht einmal seinen Namen oder persönliche Daten nennen muss. Der Getestete erhält eine Nummer, über die er dann sein Ergebnis abfragen kann. Im Falle einer HIV-Infektion kann er sich anschließend dort auch beraten lassen. Möglich ist eine solche Beratung immer auch bei den örtlichen AIDS-Beratungsstellen.
Weitere Anlaufstellen für einen HIV-Test sind Arztpraxen oder Krankenhäuser. Hier ist allerdings ein anonymer Test nicht möglich, da man sich bereits zuvor über seine Versichertenkarte ausweisen muss. Ein positives Ergebnis (natürlich auch ein negatives) wird darüber hinaus in der Patientenakte dokumentiert. Schließlich bieten auch einige Labors den Test an, wobei hier eine Beratung zum Ergebnis, sei es positiv oder negativ, fehlt.

Für einen HIV-Test wird Blut abgenommen und im Labor untersucht.
Ist das Blut abgenommen, wird es an ein Labor verschickt und der Test durchgeführt. Das Ergebnis sollte dem Getesteten unbedingt in einem persönlichen Gespräch mit einer entsprechenden Beratung mitgeteilt werden, übrigens auch ein negatives. Denn auch hierbei ist zu bedenken, dass wegen der diagnostischen Lücke (siehe unten) nicht zwangsläufig eine Infektion ausgeschlossen ist. Ohnehin sind Schutzmaßnahmen stets sinnvoll, und das sollte ein Fachmann mit der getesteten Person erörtern.
Ob die Krankenkasse die Kosten für den Test trägt, hängt davon ab, warum dieser durchgeführt wurde. Geht es nur darum, sein Ergebnis zu kennen oder eine Infektion nach einem riskanten Sexualkontakt auszuschließen, muss man den Test selbst bezahlen. Hier ist mit rund 40 Euro zu rechnen, wobei es durchaus Unterschiede geben kann. Besteht allerdings ein medizinisch begründeter Verdacht auf eine HIV-Infektion, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Ein solcher Verdacht kann beispielsweise vorliegen, wenn einige Wochen nach einem riskanten Sexualkontakt Symptome auftreten, die eine akute HIV-Erkrankung befürchten lassen. Auch unklare Lymphknotenschwellungen, Fieber oder Infektionen können einen solchen Test medizinisch begründen. Im Falle von Verletzungen mit Nadeln oder scharfen Gegenständen bei medizinischem Personal trägt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten.
Auch im Falle einer Blutspende wird das Blut neben anderen Infektionskrankheiten auf HIV getestet. Aufgrund der diagnostischen Lücke (siehe unten) sind die Blutspendedienste verpflichtet, Blutproben der Spender über ein Jahr lang aufzubewahren.
Testen lassen – je früher, desto besser

Beim indirekten Testverfahren werden Antikörper gegen das Virus im Blut nachgewiesen.
Bei den Tests unterscheidet man indirekte und direkte Verfahren. Bei den indirekten Verfahren werden Antikörper nachgewiesen, die der Körper gegen das Virus bildet. Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten (wie beispielsweise Masern oder Röteln) bedeuten diese Antikörper aber keine Immunität, sondern sie weisen auf eine chronische Infektion mit dem HI-Virus hin. Bei den direkten Verfahren werden das Virus oder dessen Bestandteile selbst nachgewiesen.
So funktionieren HIV-Tests

Beim indirekten ELISA-Test befinden sich Antigenpartikel in einem Napf. An sie binden sich die HIV-Antikörper.
Der Standardtest ist der sogenannte indirekte ELISA (Enzyme Linked Immuno Sorbent Assay). Meist werden die Untersuchungen automatisiert durchgeführt, sodass sich in kurzer Zeit eine Vielzahl von Proben untersuchen lässt. Auf dem Boden des Probengefäßes, meist ein winziger Napf auf einer größeren Platte mit einer Vielzahl solcher Näpfe, befinden sich Antigenpartikel des HI-Virus. In dieses Gefäß wird in einem ersten Schritt eine Blutprobe gefüllt. Ist ein Patient HIV-infiziert, befinden sich in seinem Blut Antikörper, die gegen das Virus gerichtet sind. Diese binden sich nun fest an die Viruspartikel. Im nächsten Schritt wird alles überflüssige Material aus den Näpfchen entfernt und diese werden gespült. Die Viruspartikel und die an sie gebundenen Antikörper bleiben dabei jedoch auf dem Boden des Probengefäßes haften. Anschließend wird der Probe erneut eine Substanz zugegeben. Das kann ein weiterer Antikörper sein, beispielsweise von einer Ziege gewonnen, der sich gegen den menschlichen Antikörper richtet und an diesem andockt; es kann aber auch ein weiterer Viruspartikel sein, der ebenfalls am menschlichen Antikörper bindet. Was man auch verwenden mag, gemeinsam ist beiden Substanzen, dass sie mit einem Enzym markiert sind. Im folgenden Schritt wird nun wieder sämtliche überflüssige Lösung entfernt und erneut gespült. Anschließend gibt man eine weitere Lösung hinzu, in der sich eine Substanz befindet, die durch das Enzym verändert wird. Dabei ist diese Substanz so gewählt, dass sich im Fall einer HIV-Infektion die Farbe der Lösung ändert. Wird dieser Farbumschlag durch das Testgerät erfasst, dann ist der Test positiv, das heißt: Der Patient ist HIV-infiziert.
Bei einem nicht infizierten Menschen befinden sich in dessen Blut keine Antikörper. Die Testsubstanz mit dem Enzym wird also bei den Spülschritten entfernt (da sie sich ja nicht am Antikörper festbinden kann), und es kommt zu keinem Farbumschlag: der Test ist negativ, das heißt, der Patient nicht infiziert.
Ein positives Ergebnis muss bestätigt werden
Fällt ein Test positiv aus, ist auf jeden Fall ein Bestätigungstest erforderlich, der nach einem anderen Prinzip arbeitet. Das macht man, weil der ELISA in seltenen Fällen ein positives Ergebnis anzeigen kann, obwohl der Patient tatsächlich nicht infiziert ist. Um das sicher ausschließen zu können, wird im Falle eines positiven Ergebnisses noch der andere Test durchgeführt.
Für den Bestätigungstest gibt es in Deutschland zwei Alternativen: Vorgeschrieben ist ein sogenannter Western-Blot oder ein Immunfluoreszenztest (IFT bzw. IFA). Nachteil beider Tests ist, dass sie aufwendig und entsprechend teuer sind.
Beim Western-Blot werden Viren in Zellkulturen vermehrt, gereinigt und anschließend in ihre Einzelbestandteile zerlegt. Mittels elektrischen Stroms werden diese anschließend in einzelne Proteine aufgetrennt und dann auf einen Teststreifen übertragen („blotten“). Auf dieses Proteingemisch gibt man das zu untersuchende Blut. Sind darin Antikörper, binden sie an die Proteine. Ähnlich wie beim ELISA gibt man im nächsten Schritt einen mit Enzymen markierten zweiten Antikörper und eine Lösung dazu, was auf dem Teststreifen zu einem charakteristischen Muster führt. Entsprechend diesem Muster wird der Test als positiv (HIV-Infektion) oder negativ (keine HIV-Infektion) bewertet.

Muster auf einem Teststreifen zeigen das Ergebnis des Western Blot-Tests.
Beim Western-Blot werden Viren in Zellkulturen vermehrt, gereinigt und anschließend in ihre Einzelbestandteile zerlegt. Mittels elektrischen Stroms werden diese anschließend in einzelne Proteine aufgetrennt und dann auf einen Teststreifen übertragen („blotten“). Auf dieses Proteingemisch gibt man das zu untersuchende Blut. Sind darin Antikörper, binden sie an die Proteine. Ähnlich wie beim ELISA gibt man im nächsten Schritt einen mit Enzymen markierten zweiten Antikörper und eine Lösung dazu, was auf dem Teststreifen zu einem charakteristischen Muster führt. Entsprechend diesem Muster wird der Test als positiv (HIV-Infektion) oder negativ (keine HIV-Infektion) bewertet.
Der Immunfluoreszenztest funktioniert ähnlich. Hier ist lediglich der zweite Antikörper anstatt mit einem Enzym mit einem Fluoreszenzfarbstoff markiert, sodass im Falle eines positiven Testergebnisses diese Antikörper unter einem Fluoreszenzmikroskop aufleuchten.
Bei einem unerwartet positiven Ergebnis sollten diese Tests noch einmal aus einer weiteren Blutprobe bestätigt werden. Mittlerweile gibt es auch Schnelltests, die eine Beurteilung innerhalb von 15 bis 30 Minuten erlauben. Manche davon werden im Internet für Privatpersonen zum Kauf angeboten. Von solchen „Selbsttests“ ist aus mehreren Gründen abzuraten: Laien können solche Tests häufig nicht korrekt durchführen, die Interpretation bedarf einer gewissen Erfahrung. Auch fehlen im Falle eines positiven Ergebnisses eine entsprechende Beratung und der Bestätigungstest. Und schließlich ist es problematisch, dass Dritte einen solchen Test ohne Wissen und Einverständnis der gestesteten Person durchführen können.
Jede HIV-Infektion muss gemeldet werden
Nach einer Infektion mit HIV dauert es einige Wochen, bis der Körper Antikörper gegen das Virus produziert, die sich dann in einem Test nachweisen lassen. Diese Phase bezeichnet man auch als „diagnostische Lücke“. Ein Testergebnis wird in dieser Zeit negativ ausfallen, obwohl die getestete Person tatsächlich infiziert ist. Wie lange diese Phase genau dauert, lässt sich nicht exakt voraussagen. Die derzeitigen Tests jedenfalls können in 80 Prozent der Fälle sechs Wochen nach der Ansteckung Antikörper gegen HIV nachweisen. Nach zwölf Wochen steigt diese Rate auf nahezu 100 Prozent. Besteht daher trotz eines negativen Testergebnisses ein starker Verdacht auf eine HIV-Infektion, sollte man in solchen Fällen nach einer Wartezeit von zwölf Wochen einen erneuten Test durchführen. Dass Personen mit HIV infiziert sind, sich jedoch über einen Zeitraum von mehr als zwölf Wochen bei ihnen keine Antikörper nachweisen lassen, kommt nur sehr selten vor.
HIV-Tests der neuesten Generation versuchen, diese diagnostische Lücke zu verkürzen, indem sie zusätzlich zu den Antikörpern gleichzeitig ein bestimmtes Protein des HI-Virus, p24 Antigen genannt, nachweisen. Dieses Protein wird von dem Test schon zu einem Zeitpunkt erfasst, an dem das Immunsystem noch keine Antikörper gegen das HI-Virus gebildet hat. HIV-Tests dieser Art führen im Vergleich zu den herkömmlichen Testverfahren zwischen 2 und 18 Tage früher zu einem positiven Ergebnis. Allerdings gibt es auch hierbei ein Problem: Der Gehalt an p24 Antigen im Blut fällt nach einer gewissen Zeit wieder ab und lässt sich dann durch diese Tests nicht mehr nachweisen. Liegen zu diesem Zeitpunkt noch keine Antikörper vor, entsteht somit eine zweite diagnostische Lücke.
Ein positives Ergebnis eines HIV-Tests unterliegt nach § 7 Absatz 3 des Infektionsschutzgesetzes der Meldepflicht und muss durch das untersuchende Labor innerhalb von 14 Tagen dem Robert Koch Institut in Berlin mitgeteilt werden. Dabei wird allerdings nicht der Name des oder der Infizierten übermittelt, sondern eine fallbezogene Verschlüsselungsnummer. Die getestete Person ist anhand dieser Daten nicht zu identifizieren.

Bei einem Vorstellungsgespräch muss die Frage nach einem positiven HIV-Test nicht beantwortet werden.
Darüber hinaus ist niemand dazu verpflichtet, ein positives Ergebnis einem Dritten mitzuteilen. Wird etwa bei einem Einstellungsgespräch nach einem HIV-Test gefragt, muss man eine solche Frage nicht beantworten, da sie nicht zulässig ist. Nicht einmal bei medizinischem Personal kann der Arbeitgeber verlangen, ein Testergebnis vorzulegen. Auch ein Arbeitnehmer ist in keinem Fall dazu verpflichtet, seinem Arbeitgeber ein positives Ergebnis mitzuteilen. Es gibt eine Ausnahme, in der man ein positives Ergebnis nicht verheimlichen darf: nämlich dann, wenn man sich neu privat krankenversichern will. Die Privatversicherung fragt in aller Regel, ob und wann ein HIV-Test durchgeführt wurde und mit welchem Ergebnis. Verschweigt man ein positives Ergebnis in diesem Fall wider besseres Wissen, kann sich die Privatversicherung weigern, Behandlungskosten zu übernehmen und die Versicherung kündigen. Zu einem Test kann allerdings niemand gezwungen werden oder dieser ohne sein Einverständnis durchgeführt werden: Jeder HIV-Test ist nur dann zulässig, wenn der Patient aufgeklärt wurde und damit einverstanden ist.
Ohne Behandlung unaufhaltsames Fortschreiten
Im Falle einer HIV-Infektion verläuft die Erkrankung unbehandelt in unterschiedlichen Stadien, die nach der CDC-Klassifikation (Center of Disease Control) eingeteilt werden. Zunächst kommt es bei 40 bis 90 Prozent der Infizierten zwischen einer und sechs Wochen nach Übertragung des Virus zu einer grippeähnlichen Symptomatik mit Fieber, Hals- und Gliederschmerzen sowie Lymphknotenschwellungen. Dies wird als akute HIV-Krankheit bezeichnet. Anschließend können mehrere Jahre ohne Symptome vergehen, in denen sich das Virus im Körper vermehrt und nach und nach Immunzellen zerstört. In dieser Periode haben die Patienten außer eventuellen Lymphknotenschwellungen keine Beschwerden, weswegen man auch von einer asymptomatischen Infektion oder Latenzphase spricht. Deren Dauer ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, beträgt aber im Mittel um die zehn Jahre. Dieses Stadium bezeichnet man als Kategorie A in der CDC-Klassifikation.

In der Kategorie B der Krankheit kann es zu einer generalisierten Gürtelrose kommen.
Gemäß dieser Klassifikation wird die fortgeschrittene HIV-Infektion in die Kategorien B und C unterteilt. Diese sind charakterisiert durch bestimmte Krankheitserscheinungen, die während dieser Phasen auftreten.
In der Kategorie B kommt es noch nicht zu Erkrankungen, die zum Vollbild-AIDS gehören. Es treten aber Komplikationen auf, die auf ein defektes Immunsystem und somit auf die HIV-Infektion zurückzuführen sind. Typische Symptome der Kategorie B sind die bazilläre Angiomatose, eine durch bestimmte Bakterien (Rickettsien) hervorgerufene Hauterkrankung, Infektionen mit dem Hefepilz Candida albicans im Bereich des Mund-Rachenraums oder der Scheide, eine ausgeprägte Gürtelrose, eine Verminderung der Blutplättchenzahl oder die orale Haarleukoplakie, eine durch das Ebstein-Barr-Virus (EBV) ausgelöste Infektion, die zu weißlichen Belägen am Zungenrand führt.
Das Vollbild-AIDS, Kategorie C schließlich ist durch eine Reihe von Erkrankungen – auch opportunistische Infektionen genannt – definiert, die sich in Infektionen durch Protozoen, Pilze, Bakterien und Viren, in Tumoren und sonstige Erkrankungen unterteilen:
• INFEKTIONEN DURCH PROTOZOEN
Toxoplasmose: Wird ausgelöst durch den Erreger Toxoplasma gondii, der vorwiegend durch den Genuss rohen oder nicht ausreichend gegarten Schweine- oder Schaffleischs übertragen wird. Die Infektion fällt vor allem durch Fieber, Verwirrtheit, Kopfschmerzen und psychische Störungen auf.
Kryptosporidiose: Durch Kryptosporidien ausgelöste Infektion, die mit wässrigen Durchfällen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfen einhergeht. Auch Entzündungen der Gallenwege können auftreten.
• INFEKTIONEN DURCH PILZE
Pneumocystispneumonie: Lungenentzündung (Pneumonie), die durch den Schlauchpilz Pneumocystis jirovecii ausgelöst wird. Es handelt sich dabei um die häufigste Form der Lungenentzündung bei AIDS-Patienten, sie betrifft rund 85 Prozent.

Candida albicans führt zum Beispiel zu Entzündungen im Mund-Rachenraum.
Candida-Infektionen: Der Hefepilz Candida albicans (seltener Candida tropicalis oder Candida krusei) ruft beispielsweise eine Entzündung der Speiseröhre hervor. Die Erkrankung fällt durch weißliche Beläge in der Speiseröhre auf, die sich im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung nachweisen lassen. Infektionen mit Candida können aber auch den Mund-Rachenraum und die Zunge, aber auch die Genitalregion betreffen.
Kryptokokkose: Ausgelöst durch den Pilz Cryptococcus neoformans, führt die Erkrankung zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, sie kann aber auch die Lunge befallen. Die Erreger finden sich vor allem im Erdboden und in Vogelmist.
Aspergillose: Infektion, die durch Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus (fumigatus, flavus oder niger) ausgelöst wird. Die Erreger kommen hauptsächlich in Komposthaufen, Biotonnen, im Heu oder in feuchten Tapeten vor. Die Erkrankung befällt hauptsächlich die Lunge und geht mit Fieber, Husten und Atemnot einher.
Histoplasmose: Erreger ist der Pilz Histoplasma capsulatum, der sich vorwiegend im Kot von Vögeln und Fledermäusen findet, aber in Westeuropa selten auftritt. Die Infektion führt zu Fieber, Lungenentzündung sowie einer Vergrößerung von Leber und Milz.
• Infektionen durch Bakterien

Tuberkulose-Bakterien befallen vor allem die Lunge.
Tuberkulose: Vorwiegend als Lungentuberkulose imponierende Infektionskrankheit mit Husten, Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Die Tuberkulose kann aber auch außerhalb der Lunge auftreten und beispielsweise Leber, Knochenmark, Milz oder Darm betreffen. Der Erreger heißt Mycobacterium tuberculosis.
Atypische Mycobakteriose: Infektion, die beispielsweise durch Mycobakterien, die mit dem Erreger der Tuberkulose verwandt sind, ausgelöst wird. Die Symptome sind unterschiedlich. Auftreten können Fieber, Nachtschweiß, Krankheits- und Schwächegefühl, Durchfälle, Gewichtsverlust, Vergrößerung von Leber und Milz oder Bauchschmerzen.
Salmonellensepsis: Blutvergiftung durch Salmonellen. Es kommt bei den Patienten zu Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen. Durchfälle müssen nicht unbedingt gleichzeitig vorliegen.
• Virusinfektionen
Cytomegalie: Der Erreger, das Humane Cytomegalievirus (HCMV) gehört zur Gruppe der Herpesviren und kann verschiedene Körperbereiche befallen. Möglich sind eine Entzündung der Netzhaut, der Speiseröhre, des Magen-Darm-Traktes, des Gehirns sowie der Lunge. Auch die Nebennieren können betroffen sein.
Herpes-Infektionen: Die Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus zeigt sich typischerweise in Form von Bläschen an Haut und Schleimhäuten im Bereich des Mund-Rachenraums, des Enddarms und Afters oder der Genitalien. Auch eine Entzündung des Gehirns kann auftreten.
Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML): Ausgelöst durch ein Polyomavirus (JC-Virus), führt die Infektion zu einer Zerstörung der Marksubstanz in Gehirn und Rückenmark. Symptome sind Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Sprach- und Sehstörungen oder Demenz.
• Bösartige Tumoren

Bei Kaposi-Sarkom kommt es zu bläulich-rötlichen Hautveränderungen.
Kaposi-Sarkom: Die Erkrankung ist charakterisiert durch bläulich-rötliche Hautveränderungen in Form von Flecken und Knötchen, die zur Geschwürbildung neigen. Sie kann aber auch die Lymphknoten befallen, wo sie einen Lymphstau hervorrufen kann. Selten ist auch die Lunge betroffen oder der Magen-Darm-Trakt, dort kann es zu bedrohlichen inneren Blutungen kommen.
Maligne Lymphome: Bösartige Tumoren, die von einer bestimmten Sorte weißer Blutkörperchen, den Lymphozyten, ausgehen. Sie machen sich durch unspezifische Symptome wie Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust bemerkbar und erfordern eine Chemotherapie beziehungsweise Bestrahlung.
Zervixkarzinom: Gebärmutterhalskrebs. Häufigster bösartiger Tumor bei Frauen und bei ihnen oft die erste AIDS-definierende Erkrankung.
• SONSTIGE ERKRANKUNGEN
Wasting Syndrom: Dieses Syndrom ist definiert als ungewollter Gewichtsverlust von mehr 10 Prozent des Körpergewichts und chronische Durchfälle, die mehr als 30 Tage anhalten. Auch Fieber und/oder Abgeschlagenheit können dazukommen.
HIV-assoziierte Enzephalopathie: Es handelt sich um eine durch HIV ausgelöste Infektion des Bindegewebes im Zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark), das nach und nach zerstört wird. Typisch dafür sind eine langsam fortschreitende Demenz sowie Störungen des Ganges und der Feinmotorik, dem Bild einer Parkinson-Erkrankung nicht unähnlich. Auch Depressionen können auftreten.
Bilder:Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta, USA (5), Shutterstock (5)
Glossar
Antigen
Substanz, die aus mehreren Einzelstrukturen besteht und die Bildung von Antikörpern in Gang setzt.
Antikörper
Bestandteile des körpereigenen Immunsystems, sie werden von speziellen weißen Blutzellen (B-Zellen) gebildet. Sie sind in der Lage, bestimmte „körperfremde“ Strukturen (Antigene) auf der Oberfläche von Zellen zu erkennen und daran anzudocken. Dadurch sind diese Zellen markiert und sichtbar für die Killerzellen des Immunsystems. Antikörper können aber auch gezielt Rezeptoren auf der Oberfläche von Zellen besetzen und damit die Weitergabe von Signalen innerhalb der Zelle unterbrechen.
Asymptomatisch
ohne Symptome, also ohne Krankheitserscheinungen
Chemotherapie (Zytostatikatherapie)
Mit einer Chemotherapie (auch Zytostatikatherapie) werden entartete Zellen behandelt. Dabei erhalten die Patienten Medikamente, die krebsverursachende Zellen abtöten oder hemmen sollen. Da auch gesunde Zellen beeinträchtigt werden, kommt es zu Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Haarausfall.
Demenz
Demenz ist ein Syndrom verschiedener Krankheiten, in deren Verlauf es zu einem fortschreitenden Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit kommt.
Enzym
Für den Stoffwechsel essentielles Protein (Eiweiß), das im Körper biochemische Reaktionen beschleunigt
Immunität
Unempfindlichkeit des Körpers gegen bestimmte Krankheitserreger, gegen die sein Immunsystem Abwehrkräfte entwickelt hat
Latenzphase
Zeit bis zum Auftreten der ersten Krankheitserscheinungen, ähnlich der Inkubationszeit. Der Begriff Latenzzeit kann allerdings auch für nicht infektiöse Erkrankungen verwendet werden, beispielsweise Vergiftungen.
Opportunistische Infektion
Infektion, die auftritt, wenn eine Immunschwäche vorliegt
Protozoon (pl. Protozoen)
Einzelliges Lebewesen ohne Zellwand, aber im Gegensatz zum Bakterium, mit einem Zellkern versehen.








