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Lebererkrankung – Fettleber – Autoimmunerkrankung – Leberzirrhose – Leberkrebs

Lebererkrankungen: Superorgan unter Dauerstress

Die Leber als wichtigstes Stoffwechselorgan verzeiht viele „Sünden“, doch irgendwann ist auch ihre Fähigkeit zur Regeneration erschöpft. Jeder dritte Erwachsene in Deutschland weist Anzeichen einer Leberkrankheit auf. Die Betroffenen haben jedoch oft keine Ahnung davon. Das kann fatale Folgen haben.

 

Inhaltsverzeichnis

Fast Food schadet der Leber, denn es enthält viel Zucker, schnell verdauliche Kohlenhydrate und Fett.


Viele Lebererkrankungen werden erst spät oder zufällig bei Routineblutuntersuchungen erkannt – auch, weil die Leber lange Zeit still vor sich hin leidet. Sie ist von einer Bindegewebskapsel umgeben, die, im Gegensatz zur Leber selbst, von feinen Nervenfasern durchzogen wird. Diese Nervenfasern melden etwaige Schmerzen an das Gehirn. Die Leber spürt man also nur dann, wenn sie sich vergrößert hat und es dadurch zu einer schmerzhaften Kapselspannung kommt. Das allerdings ist dann ein echtes Alarmzeichen!

Erhöhte Leberwerte wie auch eine Fettleber sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn langfristig können schwere Folgeschäden bis hin zum Leberkrebs drohen. Fast Food schadet der Leber ebenso wie Alkohol. Stecken doch viel Zucker, andere schnell verdauliche Kohlenhydrate und tierische Fette im schnellen Essen. Wenn die Leber aufgrund des Überangebots vermehrt Fette einbaut, entwickelt sich allmählich eine Fettleber. Das wiederum führt zu einer Insulinresistenz der Zellen, die Diabetes mellitus und Herzkrankheiten mitverursachen kann. Besonders kritisch ist die Kombination von häufigem Alkoholkonsum und Fast Food.

Ein Blick in die Leber hilft die Zusammenhänge zu verstehen. Anatomie und Aufgabenspektrum der Leber sind durchaus beeindruckend.

 

Die Leber liegt unterhalb des rechten Rippenbogens im Oberbauch.

Komplexes und wohlgeordnetes Innenleben: Aufbau der Leber

Gut geschützt, liegt die Leber unterhalb des rechten Rippenbogens im Oberbauch. Sie ist ein gut strukturiertes Organ, dessen besonderer Feinbau sich erst unter dem Mikroskop offenbart. Zunächst einmal ist sie in einen rechten und einen linken Leberlappen aufgeteilt, die durch ein Band aus Bindegewebe voneinander getrennt sind. Die Leberlappen bestehen aus einer Vielzahl millimeterkleiner Leberläppchen. Jedes Leberläppchen ist seinerseits aus ca. 3 Mio. ringförmig angeordneten Leberzellen (Hepatozyten) aufgebaut. Die Leberläppchen erinnern in der Aufsicht an eine sechseckige Bienenwabe Wie die Speichen eines Rades strahlen Reihen von Leberzellen (die Leberzellbalken) von ihrem Zentrum aus. Zwischen den Leberzellbalken befinden sich Blutgefäße (Sinusoide). Die Blutkapillaren verzweigen sich, treffen aufeinander und verbinden sich auf allen Ebenen der Leberzellbalken. Im Leberläppchenzentrum münden die Blutgefäße in die Zentralvene.

 

Spezialisierte Zellen bilden eine regelrechte Abwehrbastion

Die Leber besteht aus millimeterkleinen Leberläppchen, die ihrerseits aus ca. 3 Mio. Leberzellen aufgebaut sind.

Vom Cholesterinabbau bis hin zum Zuckerspeichern erfüllen die Leberzellen viele Aufgaben. Damit sie diese bewältigen können, stecken sie voller Proteine, die wie chemische Maschinen Moleküle auf- und abbauen. Außerdem enthalten Leberzellen winzige Behälter zur Speicherung verschiedener Substanzen. Daneben leisten noch einige Zellspezialisten – Endothelzellen, hepatische Sternzellen (früher Ito-Zellen genannt), Kupffer-Sternzellen und Lymphozyten – einen Beitrag zur Funktionsfähigkeit der Leber. Die Endothelzellen formen die Wand der winzigen Blutkapillaren in der Leber. Sie ermöglichen den Stoffaustausch. Die hepatischen Sternzellen sind über alle Leberzellbalken verstreut. Sie enthalten viele Fetttröpfchen und sondern den molekularen kollagenhaltigen „Kitt“ ab, der die Leberzellen zusammenhält. Der Kitt ist vergleichbar mit einem Rührteig in einer runden Kuchenform, in den viele Aprikosen in geringem Abstand hineingedrückt wurden.

Die hepatischen Sternzellen regen u.a. die Regeneration der Leber nach einer Schädigung an, spielen aber auch bei der Bindegewebsbildung, die zur Leberzirrhose führt, eine wichtige Rolle. Die Kupffer-Sternzellen sind nicht weniger unentbehrlich. Es handelt sich um Fresszellen, die sich aus weißen Blutkörperchen gebildet haben. Die Kupfferschen Sternzellen lauern auf der Innenseite der Blutgefäße auf Keime und Bakterien und tragen so ganz wesentlich dazu bei, das Blut zu reinigen. Die im Dickdarm lebenden und für die Verdauung so wichtigen Bakterien können nämlich durch die dünne Darmwand ins Blut vordringen, wo sie für den Organismus schädlich sind. Ihren Job machen die Kupfferschen Sternzellen ziemlich erfolgreich: Nur etwa 1 % aller Bakterien entwischt ihnen. Die Leber ist quasi die erste Abwehrbastion gegen Mikroorganismen, aber auch gegen schädliche Substanzen sowie hausgemachte Gefahren wie Steroidhormone und zu große Cholesterinmengen.

Bluttransfer von und zur Leber

Die Leberarterie (rot) und die Pfortader (dunkelblau) versorgen die Leber mit Blut. Über die Gallengänge (grün) gelangt die Gallenflüssigkeit zur Gallenblase.

Die Leberläppchen und damit auch die Leberzellen werden ausgiebig mit Blut versorgt – daher die braunrote Farbe der Leber. Als einziges Organ erhält die Leber Blut gleich aus 2 Quellen: von der Leberarterie (Arteria hepatica), die von der großen Bauchschlagader abzweigt und sauerstoffreiches Blut bringt, sowie von der Pfortader. Diese Vene transportiert nährstoffreiches Blut aus Magen, Darm und Bauchspeicheldrüse in die Leber. Nährstoffe gelangen so direkt zur Verarbeitung in das Organ. Die einzelnen Lebervenen sammeln das Blut aus der Leber und befördern es in die untere Hohlvene. Diese transportiert dann das Blut von der Leber zum Herzen. Soweit der grobe Überblick.


Wenn man sich die sechseckigen Leberläppchen anschaut, stellt man fest, dass sich an jeder Ecke ein Bündel aus 3 Gefäßen, die sogenannte Glisson Trias, befindet. Diese besteht aus je einem Ast der Leberarterie, der Pfortader und des Gallengangs. Das Blut strömt von dort zu einer Zentralvene. Das Blut aller Leberläppchen sammelt sich in den Zentralvenen, die sich vereinigen und in die Lebervene münden. Von dort gelangt das Blut dann – wie bereits beschrieben – in die untere Hohlvene.

Und was passiert mit der Gallenflüssigkeit, die in der Leber produziert wird? Zu jeder Glisson Trias gehört auch ein Ast des Gallengangs. Ein Längsschnitt durch die Leber zeigt, dass sie von einem baumähnlich aufgebauten Gallengangsystem durchzogen wird. Hierbei entspricht der Baumstamm dem Hauptgallengang, die Baumkrone den sich immer weiter verzweigenden Gallengängen in der Leber. Dieses System sammelt die produzierte Galle ein und transportiert sie zur Gallenblase, wo die Gallenflüssigkeit zunächst zwischengespeichert wird. Die Gallenblase ist über einen Verbindungsgang an den Hauptgallengang angeschlossen.

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Multifunktionale chemische Fabrik: Aufgaben der Leber

Die Leber hat ein vielfältiges Aufgabenspektrum, für das sie etwa 20 % (!) des gesamten Körpersauerstoffes verbraucht. Sie ist an fast allen Stoffwechselprozessen beteiligt. Die Kehrseite der Medaille: Ist die Leber krank, hat das auch entsprechende Auswirkungen auf den gesamten Körper. Nachfolgend sind die wichtigsten Aufgaben der Leber dargestellt. Die (unvollständige!) Liste macht deutlich, warum eine gut funktionierende Leber für unsere Gesundheit so extrem wichtig ist:

  • Die Leber ist der Hauptumschlagplatz für Aminosäuren, die Bausteine der Eiweiße (Proteine). Eiweiße werden gespeichert, um- und abgebaut. Das Abfallprodukt des Proteinstoffwechsels ist Ammoniak. Bereits geringe Mengen davon im Blut sind giftig. Die Leber wandelt deshalb Ammoniak in Harnstoff um, der über die Nieren ausgeschieden wird. Außerdem bildet die Leber 90 % der Blutplasmaproteine, u.a. Gerinnungsfaktoren und Substanzen des Immunsystems.
  • Der Einfachzucker Glukose ist Hauptenergielieferant des Körpers. Die Leber hat die Aufgabe, den Glukosespiegel im Blut innerhalb bestimmter Grenzen zu halten. Sie kann überschüssigen Zucker (Glukose) speichern (als Glykogen) und bei Bedarf abgeben, um den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Im Zustand des Hungerns vermag die Leber Glukose aus anderen Nahrungsbestandteilen wie Fette, Proteine und Kohlenhydrate selbst herzustellen.
  • Vitamine werden auf- und abgebaut und Enzyme synthetisiert. Beim Abbau des Hämoglobins aus den roten Blutkörperchen entsteht unter anderem Bilirubin. Damit Bilirubin mit der Gallenflüssigkeit ausgeschieden werden kann, muss es zunächst in der Leber in eine „wasserlösliche“ Form gebracht werden, um es anschließend über das Gallengangsystem in den Darm zu  leiten und mit dem Stuhl auszuscheiden. Ein Ausfall dieser Leberfunktion äußert sich daher mit dem Rückstau des Bilirubins in den Körper, was an einer Gelbfärbung der Haut und der Augen sichtbar wird.
  • Die Leber produziert Cholesterin und täglich etwa 1 Liter Gallensaft, der die für die Fettverdauung im Dünndarm wichtigen Gallensäuren enthält. Der Körper braucht sie u.a., um die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K umzuwandeln, sodass sie über den Darm ins Blut gelangen können. Weiterhin baut die Leber Fette durch Oxidation ab, wobei Energie für die Körperfunktionen anfällt.
  • Die Leber ist an der Aktivierung von Hormonen beteiligt, wie z.B. den Schilddrüsenhormonen, sie steuert den Organismus andererseits aber auch durch den Abbau von Hormonen, wie z.B. der Sexualhormone und des Insulins.
  • Sie ist wichtiger Helfer des Immunsystems. Eine große Rolle spielen hier die bereits erwähnten Kupfferschen Sternzellen.
  • Darüber hinaus ist das ca. 1,5 kg schwere Organ „die“ Entgiftungsstation des Körpers.

Zentrales Entgiftungsorgan

Die Leber baut Fremdstoffe und schädliche Substanzen wie Alkohol und Bestandteile von Medikamenten in den Leberzellen ab und wandelt sie in unschädliche Verbindungen um. So werden sie harnfähig und können über die Niere ausgeschieden werden. Für den Abbau der meisten Arzneimittel ist in der Leber ein bestimmtes körpereigenes Enzymsystem (CYP450) verantwortlich. Wie es beim einzelnen Menschen beschaffen ist, wird durch mehrere Gene festgelegt. So liefert ein Gen die Bauanleitung für ein bestimmtes Enzym (SCYP2D6), das rund 25 % aller Arzneimittel verstoffwechselt: Dazu gehören GenePsychopharmaka, Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, Schmerzmittel, Medikamente gegen Erbrechen und Betablocker. Ein anderes Gen liefert die Baupläne für ein Enzym, das z.B. Medikamente gegen epileptische Anfälle oder auch Protonenpumpenhemmer, die die Produktion von Magensäure regulieren, verarbeitet. Schon kleinste genetische Variationen können dazu führen, dass diese beiden Enzyme geringfügig verändert sind und Medikamente infolgedessen zu schnell oder zu langsam im Körper abgebaut werden. Bei zu schnellem Abbau sind die Wirkstoffe zu niedrig dosiert und können nicht ausreichend wirken. Bei zu langsamem Abbau liegen sie zu hoch dosiert vor und haben beim betreffenden Menschen viel stärkere Nebenwirkungen als im Normalfall. Neben Genvariationen bei den Entgiftungs-Enzymen spielt auch die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente, die dasselbe Enzymsystem beschäftigen, eine wichtige Rolle.

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Schadstoffe und die Pille belasten die Leber

Hormonpräparate wie die Antibabypille können die Gallenausscheidung stören.

Beispielsweise zur Verhütung eingenommene Hormonpräparate, insbesondere östrogenhaltige, können der Leber zusetzen.  

Im Körper entstandene Umbauprodukte stören bei einigen Frauen die Gallenausscheidung durch die Leberzellen und verursachen Hautjucken und Gelbsucht. Wird die Antibabypille abgesetzt, normalisiert sich die Gallenausscheidung in den meisten Fällen wieder. Durch den Einfluss der Hormone kann sich aber auch die Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) in den abführenden Lebervenen erhöhen. Dann staut sich das Blut in der Leber, die Leber schwillt an und ein rasches Eingreifen mit Medikamenten, die die Blutgerinnsel auflösen, ist erforderlich. Wer also eine angeschlagene Leber hat, sollte besser keine hormonellen Verhütungsmittel einnehmen oder dies zumindest vorab gründlich mit dem Arzt besprechen.

Chemische Substanzen gelangen nicht nur in Tablettenform in unseren Körper,  auch die Umwelt konfrontiert uns mit Stoffen, die nicht alle ungefährlich sind: organische Lösungsmittel, wie sie in Farben, Spezialreinigern, Fleckenentfernungsmitteln, Kunst- und Klebstoffen vorkommen, Pestizide, Schwermetalle usw.

 

Alkohol ist Gift für die Leber: Wer als Mann täglich 30g, als Frau 20g Alkohol zu sich nimmt, riskiert Leberschäden.

Alkohol – der größte Feind der Leber

Alkohol ist für die Leber pures Gift und verursacht das Absterben von Leberzellen. Die Leber hat zwar eine erstaunliche Regenerationsfähigkeit, sodass ein mäßiger und unregelmäßiger Alkoholgenuss ausgleichbar ist. Doch wer als Mann täglich 30g Alkohol trinkt, riskiert Leberschäden. Bei Frauen ist dies bereits bei 20g Alkohol der Fall.
Wer regelmäßig zu tief ins Glas schaut, aktiviert neben der Alkoholdehydrogenase, ein spezielles Enzym, das den Alkohol abbaut, ein weiteres alkoholabbauendes System namens MEOS (mikrosomales ethanoloxidierendes System). Dieses verbraucht für den Alkoholabbau vermehrt Sauerstoff aus den Leberzellen. Die Folge: Es bildet sich eine Fettleber.

 

Lebererkrankungen im Überblick

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Fettleber – Folge von Überlastung

Die Fettleber ist kein banaler Befund ohne Krankheitswert, wie früher angenommen wurde. Fast jeder dritte Erwachsene weist bereits eine sogenannte Fettleber auf. Werden dem Organismus Stoffe wie Medikamente (z.B. Schmerz- und Rheumamittel) und Alkohol in größeren Mengen zugeführt, benötigt die Leber für deren Ab- und Umbau größere Mengen Sauerstoff. Das hat zur Folge, dass die Fettverbrennung, für die ja ebenfalls Sauerstoff nötig wäre, nicht mehr ausreichend möglich ist. Nahrungsfette können nicht mehr abgebaut werden und sammeln sich in der Leber an.

 

Wenn Fett aus der Nahrung nicht mehr ausreichend verbrannt wird, lagert der Körper es in den Leberzellen ein.

So lange keine entzündlichen Prozesse ablaufen, können sich diese Veränderungen bei völligem Alkoholverzicht wieder zurückbilden. Das gilt aber nur für die Fettleber, nicht für das „Folgeproblem“ Leberzirrhose.  Im Übrigen ist nicht jeder Mensch mit Leberzirrhose ein gewohnheitsmäßiger Trinker! Eine alkoholbedingte Leberzirrhose kann bei manchen Patienten bereits durch geringe Alkoholmengen verursacht sein. Mitunter liegen bei den Betroffenen bis dahin unerkannte Leberschädigungen wie eine chronische Virushepatitis vor. Dann reichen bereits geringe Alkoholmengen, um das Fass zum Überlaufen zu bringen. Auch die Ernährung kann Ursache einer Fettleber sein. Ein Überangebot an Zucker, Fett und Eiweiß in der Nahrung kann die sogenannte nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) verursachen. Es gibt Hinweise darauf, dass bis zu 80 % der Patienten mit metabolischem Syndrom (erhöhte Blutzuckerwerte, erhöhte Blutdruckwerte, Übergewicht etc.) auch an einer Fettlebererkrankung leiden. Bereits Kinder und Jugendliche können sie entwickeln!

Im frühen Stadium ist die Leberfunktion nur leicht beeinträchtigt. Zumeist spürt man ein Druckgefühl im rechten Oberbauch am Rippenbogen. Dieser Leberschaden lässt sich, solange keine entzündlichen Veränderungen vorliegen, durch Lebensstiländerungen und eine entsprechende Ernährung noch vollständig rückgängig machen.


Infolge einer Fettleber kann es zu akutem Leberversagen kommen. Das ist dann der Fall, wenn gängige Medikamente wie Paracetamol, aber auch Phenprocoumon, überdosiert eingenommen werden. Eine vom Zentrum für Viszeralmedizin am Universitätsklinikum Essen durchgeführte Untersuchung „Acute Liver Failure Study Group“ kam zum Ergebnis, dass die Fälle von akutem Leberversagen verursacht durch Medikamente im Klinikalltag zunehmen – wahrscheinlich eine Folge der steigenden Anzahl von Fettleberpatienten. Die Studie hat gezeigt, dass gerade Übergewichtige mit einer Fettleber überdurchschnittlich oft betroffen sind. Durch den erhöhten Fettanteil in der Leber ist das Organ nicht mehr in der Lage, eine Überdosierung von Medikamenten abzubauen. Infolgedessen sterben Leberzellen, die Leberfunktion bricht zusammen. Die Betroffenen fallen ins Koma, haben Spontanblutungen und Gelbsucht. Der Krankheitsverlauf ist dramatisch und endet, wenn nicht transplantiert werden kann, in 80 % der Fälle mit dem Tod.

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Leberzirrhose – Endstadium vieler Lebererkrankungen

Im Laufe der Zeit wird das Gewebe einer Fettleber durch Bindegewebe ersetzt. Auch mehrere andere Lebererkrankungen (z.B. Virusinfektionen) können Ursache einer Leberzirrhose sein.

Die Leberzirrhose stellt quasi das Endstadium eines bindegeweblichen Umbaus (Fibrose) des Lebergewebes dar. Eine Fibrose beginnt mit dem Untergang der Leberzellen verursacht durch entzündliche Prozesse. Ihr Absterben aktiviert indirekt die vermehrte Produktion von Kollagen und damit die Bildung von Bindegewebe in der Leber. Diese knötchenartigen Neubildungen machen die Leber härter und höckriger. Durch das Bindegewebe, das die Tendenz zum Schrumpfen hat, können sich neu gebildete Leberzellen nicht in den normalen Formen entwickeln. Das hat natürlich auch für die Leberfunktion negative Konsequenzen. Zumal die Durchblutung und der Abfluss der produzierten Galle behindert sind. Durchzieht das Bindegewebe schließlich die komplette Leber, spricht man von Leberzirrhose. Die Eiweißproduktion der Leber lässt nach, was beispielsweise zu einem Abbau von Muskelmasse und einer Reduzierung der Blutgerinnungsfaktoren führt. Dadurch kommt es zu Muskelschwund und Blutungsneigung.

Bei einer Zirrhose ersetzt der Körper das Lebergewebe nach und nach durch Bindegewebe, die Leber wird hart und knotig.

Bei einer Zirrhose können Komplikationen auftreten, die häufig lebensbedrohlich sind: beispielsweise kann sich Bauchwasser bilden oder andere Ödeme sowie eine Enzephalopathie. Eine Enzephalopathie entsteht, wenn Giftstoffe (vor allem Ammoniak, ein Abbauprodukt bei der Eiweißverdauung), die die Leber nicht mehr entsorgen kann, ungehindert die Blut-Hirn-Schranke passieren und schnurstracks ins Gehirn gelangen – natürlich nicht ohne Folgen. Sie beeinträchtigen die geistige Leistung, verändern das Bewusstsein, lösen Angstzustände aus. Endstation: Leberversagen und Bewusstlosigkeit. Etwa 50–70 % der Leberzirrhose-Patienten leiden an einer derartigen Enzephalopathie.

Eine weitere bedrohliche Komplikation der Leberzirrhose ist die sogenannte Pfortader-Hypertension, d.h. erhöhter Blutdruck in der Pfortader. Durch die Bindegewebsbildung in der Leber wird die Leber kleiner und härter. Dadurch ist rein mechanisch der Blutfluss durch das Organ erschwert. Die Folge: Vor der Leber kommt es zur Blutstauung, die Milz schwillt an (Splenomegalie) und es bilden sich Umgehungskreisläufe. Das Blut muss, vergleichbar einem Fluss, dem man das ursprüngliche Flussbett zugeschüttet hat, einen neuen Weg suchen. Deshalb können sich z.B. in der Speiseröhre und im Magen Krampfadern (Ösophagusvarizen) bilden. Wenn diese Krampfadern bluten, ist Eile geboten, um einen lebensbedrohlichen Zustand abzuwehren. Zusätzlich kann sich aufgrund der Pfortader-Hypertension Bauchwasser bilden.

Durch die Funktionseinschränkungen der Leber kommt es aber auch zu weiteren gravierenden Beeinträchtigungen: Unterernährung, weil kaum noch körpereigene Eiweiße hergestellt werden, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Spurenelement- und Vitaminmangel, erhöhte Blutungsneigung (Naseputzen und Nassrasur können zu längeren Blutungen führen), Osteoporose sowie psychische Störungen. Eine Leberzirrhose ist außerdem als Vorstufe von Leberzellkrebs zu sehen. Etwa ein Drittel der Patienten mit einer Leberzirrhose entwickeln nach 20–30 Jahren diese Form der Krebserkrankung.

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Autoimmunerkrankungen der Leber

Autoimmunhepatitis (AIH) – Frauen sind viermal so oft betroffen wie Männer

Die Autoimmunhepatitis ist eine seltene chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Leber. Aufgrund einer gestörten Immunreaktion bildet der Körper Abwehrstoffe, d.h. Autoantikörper (Antikörper gegen körpereigene Strukturen), die sich hauptsächlich gegen Antigene auf den Leberzellmembranen richten. Dadurch kommt es zu einer Leberentzündung (Hepatitis). Typischerweise sind bei der AIH die Leber und die Milz vergrößert. Weiterhin treten untypische Symptome wie Abgeschlagenheit, Leistungsschwäche, Gelenkbeschwerden und Zeichen einer chronischen Lebererkrankung wie z.B. „Lebersternchen“ (Spider naevi) auf. Es gibt zudem bestimmte Begleiterscheinungen wie z.B. Gallensteine, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn sowie Bauchspeicheldrüsen-, Gefäß- und Schilddrüsenentzündungen. Betroffen von dieser Erkrankung sind viermal mehr Frauen als Männer, vorzugsweise im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. Grundsätzlich kann die Autoimmunhepatitis aber in jedem Alter auftreten.


Etwa 15–30 % der Patienten mit einer Autoimmunhepatitis leiden auch an einer weiteren Autoimmunerkrankung der Leber, der primär biliären Zirrhose (PBC), die nachfolgend erläutert wird. Die AIH muss so früh wie möglich diagnostiziert und behandelt werden, da sie unbehandelt in eine Leberzirrhose übergeht und eine ungünstige Prognose aufweist. Inwieweit Umweltgifte, Hepatitis- oder Herpesviren als Auslöser fungieren, ist derzeit noch ungeklärt.

Primär biliäre Zirrhose (PBC) – ein autoimmuner Entzündungsprozess der Gallengänge schädigt die Leber

Die Gallengänge (grün) ziehen sich durch die gesamte Leber.

Bei der PBC handelt es sich um eine chronische Krankheit, die an den kleinen, in der Leber gelegenen Gallengängen beginnt. Diese sind entzündet, es kommt zum Gallenstau. Die Gänge engen sich immer weiter ein, bis sie schließlich vollständig zerstört und verschlossen sind. Die Entzündung greift dann auf das eigentliche Lebergewebe über und zerstört es. Unbehandelt geht die primär biliäre Zirrhose nach 10–12 Jahren in eine Leberzirrhose über. Die PBC ist eine „Frauenkrankheit“ (90 % Frauen). In Europa erkranken 8–14 Menschen pro 100.000 Einwohner an PBC.

 

Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) – die Gallengänge verschließen sich zunehmend

Diese chronisch verlaufende entzündliche Krankheit betrifft etwa 1–4 von 100.000 Personen und vor allem (75–90 %) Männer. Der Erkrankungsbeginn liegt im Alter zwischen 25 und 40 Jahren. Sehr häufig leiden die Betroffenen gleichzeitig an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (meist Colitis ulcerosa). Die durch PSC ausgelösten krankhaften Veränderungen finden lange Zeit an den in- und außerhalb der Leber gelegenen Gallenwegen statt: Bindegewebsfasern ordnen sich dabei zwiebelschalenartig um die kleinen Gallengänge an, bis sie vollständig ummauert und verschlossen sind. Im fortgeschrittenen Stadium erfasst die Krankheit dann auch das Lebergewebe. Die Erkrankung verläuft chronisch und geht unbehandelt allmählich in eine Leberzirrhose über. Bei etwa 10 % der Patienten entwickelt sich darüber hinaus ein Gallengangkarzinom.

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Genetisch bedingte Lebererkrankungen

Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)

Es handelt sich bei der Hämochromatose um einen vererbbaren Gendefekt. Etwa 5–10 % der Bevölkerung sind Überträger dieses Gens. Doch nur wenn sowohl Mutter als auch Vater Träger des defekten Gens sind, bricht die Erkrankung aus. Der Gendefekt verursacht eine erhöhte Eisenaufnahme im oberen Dünndarm. Da der Körper den Eisenüberschuss nicht ausscheiden kann, lagert er das Eisen in Organen wie Leber, Bauchspeicheldüse, Herz, Hirnanhangsdrüse und in den Gelenken ein. Das schädigt diese und beeinträchtigt ihre Funktionsfähigkeit. Typische Beschwerden sind Müdigkeit, Impotenz bzw. Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation), Gelenkschmerzen, Oberbauchschmerzen und Symptome eines Diabetes mellitus. Außerdem tritt häufig eine dunkle Hautpigmentierung auf. In der Leber selbst bewirkt die Eiseneinlagerung die vermehrte Bindegewebsbildung, d. h. eine Leberzirrhose.

 

Morbus Wilson – der Körper wird allmählich zur Kupferhalde

Diese Erkrankung des Kupferstoffwechsels ist durch einen Gendefekt auf dem Chromosom 13 verursacht. Allerdings bricht die Erkrankung nur dann aus, wenn beide Elternteile Träger des Defekts sind. Infolge des Gendefekts ist ein Kupfertransporteiweiß funktionsgestört. Dies hat unterschiedliche Folgen auf den Kupferionentransport. Unter anderem wird der Kupferionentransport aus der Leber in die Galle gestört. Kupferionen können nicht mehr wie normal in den Darm ausgeschieden werden, dadurch reichert sich Kupfer in der Leber und anderen Organen wie Gehirn, Knochen, Niere und Herz an.

Ein typisches Zeichen für Morbus Wilson sind ringförmige Kupfereinlagerungen in der Hornhaut des Auges.

Bereits im Alter zwischen 6 und 25 Jahren treten erste neurologische Symptome auf: Bewegungsstörungen, Schreib- oder Sprechstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten. Die Leberschädigung setzt jedoch unbemerkt meist schon früher ein. Die Leber kann vergrößert sein, eine Leberentzündung kann auftreten und sich sogar eine Leberzirrhose entwickeln. Bei der Augenuntersuchung ist oft ein sogenannter Kayser-Fleischer-Ring sichtbar, Folge der ringförmigen Kupfereinlagerungen in die Hornhaut. Er ist Zeichen einer bereits bestehenden Hirnschädigung.

 

Zystenleber (Polyzystische Lebererkrankung PCLD) – die Leber wie ein Schweizer Käse

Etwa 0,6 % der Bevölkerung leiden unter einer Zystenleber, dabei ist die Leber von vielen unterschiedlich großen, mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräumen durchsetzt.  Die Zystenleber entsteht aufgrund von Veränderungen (Mutationen) an unterschiedlichen Genen auf den Chromosomen 19 und 6. Mögliche Symptome sind ein Druckgefühl und Schmerzen im Oberbauch. Werden die Zysten immer größer, können sie auf Magen und Darm drücken. Der Betroffene verspürt zumeist nur noch wenig Appetit und verliert an Gewicht. Obgleich diese Zysten viel Platz in der Leber einnehmen können, bleibt die Leberfunktion relativ lange erhalten. Etwa 50 % der Betroffenen haben übrigens auch Zysten in der Niere.

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Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) oft infolge einer Leberzirrhose

Mit etwa 6.000 Neuerkrankungen im Jahr gehört Leberkrebs, oder auch Leberzellkrebs genannt, in Deutschland zu den eher seltenen Krebsarten. Dennoch nimmt der Leberzellkrebs in Deutschland ständig an Häufigkeit zu, in den letzten Jahren um etwa 10 %. Ungefähr 90 % aller Leberzellkrebserkrankungen entstehen als Folge einer Leberzirrhose. So haben Patienten mit einer chronischen Hepatitis-B- oder -C-Virusinfektion ein sehr hohes Risiko, an Leberzellkrebs zu erkranken. Vor allem, wenn sie zusätzlich vermehrt Alkohol trinken. Tumore der Leber entstehen häufig unbemerkt. Leberzelltumore sind solange sie klein sind nur schwer von einer Leberzirrhose zu unterscheiden.

 

Gutartige Gebilde in der Leber – zumeist Zufallsbefunde

Glücklicherweise ist nicht jede Veränderung an der Leber gleich Grund zur Beunruhigung. Es gibt auch Gebilde, die relativ harmlos sind, solange sie nicht zu groß werden. Danach können sie zwar durchaus Beschwerden verursachen, aber sie werden nicht bösartig.

Einzelne Leberzysten

Einzelne Leberzysten sind relativ harmlose, in das Lebergewebe eingebettete flüssigkeitsgefüllte Hohlräume. Häufig sind sie ein Zufallsfund bei einer Ultraschalluntersuchung. Große Zysten ab 10 cm Durchmesser können zu einem Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit oder Gelbsucht führen. Die weitaus meisten Leberzysten entstehen durch eine Fehlentwicklung bestimmter Gewebe noch im Mutterleib.
Ohne Behandlung tödlich sind dagegen Zysten, die infolge des Befalls mit dem Hunde- oder Fuchsbandwurm (Echinokokkose) entstehen.


Hämangiom

Hämangiome sind angeborene Blutschwämmchen der Leber, zumeist harmlos und in gut 80 % der Fälle im Ultraschall (echoreiche, d.h. weiße, rundliche Tumore benachbart zu einem Gefäß) sichtbar. Diese Tumore entarten nicht, d.h. aus diesem gutartigen Tumor wird kein bösartiger Krebs. Beschwerden treten nur dann auf, wenn die Hämangiome größer als 5 cm im Durchmesser sind. Bei einem großen Hämangiom, oder wenn gleich mehrere vorhanden sein sollten, ist eine jährliche Ultraschallkontrolle sinnvoll.


Die genaue Anzahl der Personen mit einem Hämangiom ist unbekannt. Die Spannbreite der Schätzungen variiert von 0,4 % bis 20 %. Bekannt ist dagegen, dass Frauen dreimal so häufig betroffen sind wie Männer und viele Patienten zwischen 30 und 50 Jahre alt sind. Auch die Ursachen der Hämangiome sind noch unklar. Es könnte sich um versprengtes embryonales Gewebe handeln, aber auch um Gefäßmissbildungen. Werden die Hämangiome zu groß, können sie operativ entfernt werden.

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Bilder: Wikimedia Commons/Creative Commons/Herbert LFr (1), CDC/Dr. Edwin Jr. (1), Shutterstock (4)

Glossar

Antigen
Substanz, die aus mehreren Einzelstrukturen besteht und die Bildung von Antikörpern in Gang setzt

Antikörper
Bestandteile des körpereigenen Immunsystems, sie werden von speziellen weißen Blutzellen (B-Zellen) gebildet. Sie sind in der Lage, bestimmte „körperfremde“ Strukturen (Antigene) auf der Oberfläche von Zellen zu erkennen und daran anzudocken. Dadurch sind diese Zellen markiert und sichtbar für die Killerzellen des Immunsystems. Antikörper können aber auch gezielt Rezeptoren auf der Oberfläche von Zellen besetzen und damit die Weitergabe von Signalen innerhalb der Zelle unterbrechen.

Arterie
Ein Blutgefäß, das das Blut vom Herzen wegführt. Arterien transportieren in der Regel sauerstoffreiches Blut. Nur die Arterien des Lungenkreislaufs enthalten sauerstoffarmes Blut. In den Arterien des Menschen sind nur etwa 20 % des gesamten Blutvolumens enthalten. Die größte Arterie ist die Hauptschlagader (Aorta).

Autoimmunerkrankung
Überbegriff für Krankheiten, die durch eine Überreaktion des Immunsystems hervorgerufen werden. Die Immunreaktion richtet sich dabei gegen körpereigenes Gewebe, das irrtümlich als zu bekämpfender Fremdkörper erkannt wird. Die Folgen sind schwere Entzündungen, die die betroffenen Organe schädigen.

Betablocker
Medikamente, die Stresshormone hemmen und beruhigend wirken; die Pulsfrequenz und der Blutdruck sinken, das Herz verbraucht weniger Sauerstoff; zum Beispiel: Bisoprolol, Atenolol, Metaprolol, Celiprolol, Propranolol,Talinolol

Bilirubin
Abbauprodukt eines wichtigen Bestandteils der roten Blutkörperchen

Blut-Hirn-Schranke
Im Gehirn vorhandene physiologische Barriere zwischen Blutkreislauf und Zentralnervensystem. Schützt das Blut z.B. vor im Blut zirkulierenden Krankheitserregern und Giften.

Cholesterin
Gruppe innerhalb der Blutfette. Cholesterine werden sowohl mit der Nahrung aufgenommen als auch im Körper gebildet. Diese Fette werden für den Transport im Körper an bestimmte Eiweiße gebunden, diese Verbindungen bezeichnet man dann als Lipoproteine. LDL-Cholesterin ist das sogenannte „schlechte Cholesterin“, weil es sich bei erhöhtem Cholesteringehalt im Blut an den Innenschichten der Gefäße ablagert. HDL-Cholesterin schützt die Gefäße vor Fettablagerungen und wird daher das „gute Cholesterin“ genannt.

Chromosom
Träger der genetischen Information. Sie sehen faden- oder schleifenförmig aus und sind Bestandteil des Zellkerns.

Colitis ulcerosa
Entzündliche Erkrankung des Dickdarms und in 90% der Fälle des Mastdarms

Diabetes mellitus
Übersetzt: „honigsüßer Durchfluss“. Chronische Stoffwechselerkrankung, bei der das Blut einen erhöhten Blutzuckerspiegel aufweist. Diabetes mellitus zeichnet sich durch absoluten Insulinmangel (Diabetes Typ 1) oder relativen Insulinmangel (Diabetes Typ 2) aus.

Enzephalopathie
Krankhafte Veränderung des Gehirns

Enzym
Für den Stoffwechsel essenzielles Protein (Eiweiß), das biochemische Reaktionen im Körper beschleunigt

Gen
Träger von Erbinformation, die an Nachkommen vererbt werden können.

Glykogen
Speicherform der Glukose in Leber und Muskel

Hämoglobin
Eisenhaltiger roter Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen

hepatisch
Die Leber betreffend

Hepatitis
Leberentzündung, die unter anderem durch Viren ausgelöst werden kann. Es gibt mehrere Formen, wobei vor allem die Typen A, B und C eine große Rolle spielen. Hepatitis A wird durch Schmierinfektionen über den Stuhlgang übertragen und heilt immer aus. Die Formen B und C werden auf dem gleichen Weg wie HIV übertragen und neigen dazu, chronisch zu werden. Eine Leberzirrhose, aber auch Leberkrebs können dann die Folge sein.

Hormon
Biochemischer Botenstoff, der innerhalb eines Lebewesens Informationen übermittelt

Impotenz
Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder zu halten

Insulinresistenz
Verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen auf das Hormon Insulin

Kohlenhydrate  
Biologisch bedeutsame Stoffklasse, zu der auch Zucker gehört. Sie stellt einen großen Anteil an der Nahrung dar. Ist z.B. als physiologischer Energieträger und als Stützsubstanz vor allem im Pflanzenreich wichtig.

Kollagen
Struktureiweiß des Bindewegebes. Wesentlicher Bestandteil von Knochen, Zähnen, Knorpel, Sehnen, Bändern und Haut

Leberzirrhose
Bezeichnung für jenes Stadium der Leberzerstörung in welchem die ganze Leber von Bindegewebe durchzogen und knotig umgebaut ist. Die Leberfunktion ist entsprechend stark eingeschränkt.

Morbus Crohn
Entzündliche Darmerkrankung, die den gesamten Verdauungstrakt befallen kann

Ödem
Flüssigkeitsansammlung im Gewebe

Osteoporose
Erkrankung, die den Knochen brüchiger werden lässt, auch Knochenschwund genannt

Östrogene
Wichtigste Gruppe der weiblichen Geschlechtshormone. Sie werden vor den Wechseljahren in den Eierstöcken und danach durch das Enzym Aromatase im peripheren Gewebe gebildet. Etwa 80 % der Brusttumore können durch Östrogene zum Wachstum angeregt werden, d.h. sie sind hormonpositiv.

Oxidation
Chemische Reaktion von Elementen oder Verbindungen mit Sauerstoff

Paracetamol
Schmerzlinderndes und fiebersenkendes Medikament, das bei Überdosierung Leberschädigungen verursachen kann.

Phenprocoumon
Wirkstoff, der die Gerinnungsfähigkeit des Blutes verringert

Protein
Eiweiß

Protonenpumpenhemmer
Arzneistoff, der die Bildung der Magensäure über die Hemmung einer so genannten Protonenpumpe in bestimmten Zellen des Magens unterdrückt

Psychopharmakon
Medikament, das auf die Psyche wirkt

Regeneration

Prozesse, die zur Wiederherstellung eines physiologischen Gleichgewichtszustandes führen

Synthese
von griech. synthesis = Zusammenstellung, Vereinigung von 2 oder mehr Elementen zu einer Einheit.

Vene
Blutgefäß, das das im Körper zirkulierende Blut zum Herzen zurückführt